Impressionen aus der Luft

Dass Berlin und Brandenburg einiges zu bieten haben, sieht man auch von oben. Luftbild-Fotograf Wolff Glaeser on Helicolor-Luftbild-Ost hat die schönsten Impressionen der Hauptstadtregion eingefangen.

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Wolf Glaeser
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Keine andere Siedlung liegt näher am neuen Hauptstadtflughafen als Selchow. Das fast 650 Jahre alt Dorf grenzt an die Start- und Landebahnen des BER. Der Bau des Großflughafens hat den Ortsteil der Gemeinde Schönefeld grundlegend verändert. Die Einwohnerzahl sinkt stetig und viele Häuser stehen leer. Dazwischen gibt es jedoch auch pfiffige Unternehmer: Die Bar „45 über Null“ zieht zahlreiche Besucher aus Nah und Fern an, die im Strandstuhl sitzend und mit einem Cocktail in der Hand die startenden und landenden Flieger beobachten wollen.

Ein Dorf verschwindet

Viele der noch verbliebenen 174 Einwohner von Selchow sind sich sicher: Ihr Dorf wird über kurz oder lang verschwinden. Knapp 500 Bewohner hatte der Ortsteil noch in den 1970er Jahren gehabt. Seitdem sinkt die Zahl und der Altersdurchschnitt steigt. Mehr als die Hälfte der heutigen Einwohner sind älter als 60 Jahre. Während einige Bewohner umgesiedelt wurden, blieben andere, vor allem weil die sie ihre Ländereien nicht zu günstigen Konditionen verkaufen konnten.

Aus der Not geboren wurde auch die Idee für die Bar „45 über Null“: Nachdem die Bahnstrecke für den BER fertig war, lag der Selchower Hofladen der Familie Sauerwald in einer Sackgasse. Um wieder Besucher anzulocken, errichteten Kai Sauerwald und Sven Böhme ein neues Blockhaus für den Hofladen und eine Freiluftstrandbar direkt in der Einflugschneise des BER. Im Juni 20212 waren Hofladen und Bar fertig – nur der Flughafen nicht. Auch wenn dessen Eröffnung noch einige Jahre auf sich warten ließ, tat dies dem Erfolg des Hofladens und der Bar keinen Abbruch. Infos zum Hofladen, der Bar und geplanten Veranstaltungen finden sich unter https://45uebernull.de/.

Ihren Namen „45 über Null“ trägt die Wohlfühl-Insel, weil die durch den Luftverkehr gegebene Höhenbeschränkung der Gebäude dort bei knapp 45 Meter liegt. 

Die Zukunft der ILA Berlin

Wann die nächste ILA Berlin stattfinden wird, ist derzeit noch unklar. Sicher ist nur eins: Die nächste Ausgabe der Luftfahrtmesse wird ein anderes Gesicht haben. Die teils sehr anspruchsvollen Flugvorführungen wird es nicht mehr im bekannten Format geben: Denn bleibt die ILA Berlin auf dem Berlin ExpoCenter Airport-Gelände in Selchow, muss sie sich zukünftig die Start- und Landebahn mit dem normalen BER-Verkehr teilen. Zwischen den regulären Starts und Landungen wird es daher nur noch kleine Zeitfenster für die Flugschau geben.

 

Die Aufnahme des Dorfes Selchow wurde uns von Helicolor-Luftbild Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

Der Anblick eines Rettungshubschraubers in der Luft gehört längst zum Alltag im Rahmen von Rettungseinsätzen. Rund 13.000 Flüge haben die acht Hubschrauber der Hauptstadtregion im vergangenen Jahr absolviert. Diese Zahl täuscht leicht darüber hinweg, dass die Geschichte der Luftrettung in der hiesigen Region relativ jung ist. Während die Luftrettung am 1. November 1970 in München ihren Anfang nahm, gab es erst 1987 in Berlin und sogar erst 1990 in Brandenburg die ersten Rettungshubschrauber.

Das zivile Luftrettungssystem in Deutschland

In den vergangenen 50 Jahren wurde in Deutschland ein nahezu flächendeckendes Luftrettungssystem für die zivile medizinische Notfallversorgung aufgebaut. Rettungshubschrauber werden zu einer Vielzahl unterschiedlicher Ereignisse gerufen. Grundsätzlich wird zwischen Primär- und Sekundäreinsätzen unterschieden.

Primäreinsätze umfassen die schnelle Notfallversorgung eines Patienten und dessen Transport in ein geeignetes Krankenhaus. Dafür werden in der Regel Rettungshubschrauber (RTH) eingesetzt. Die Sekundäreinsätze werden von sogenannten Intensiv-Transporthubschraubern (ITH) durchgeführt. Dabei werden Patienten von einem Krankenhaus in ein anderes überführt. Darüber hinaus transportieren Rettungshubschrauber auch Organe und Blutkonserven oder unterstützen bei Suchflügen.

Während die Rettungshubschrauber meist an Schwerpunkt-Krankenhäusern stationier sind, finden sich die Intensivtransporthubschrauber vorwiegend an Flughäfen oder an Kliniken der maximalen Versorgung. Die meisten Luftrettungsstützpunkte verfügen über die gesamte für den Hubschrauberbetrieb notwendige Infrastruktur. Dazu zählen unter anderem ein Hangar, eine Betankungsanlage, Unterkünfte für die Besatzung und Löschmittel.

Die Luftrettung in Berlin

Die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen verhinderten viele Jahre lang den Aufbau der Luftrettung in Berlin. Der Einsatz eines deutschen Fluggerätes war aufgrund des Vier-Mächte-Abkommens absolut ausgeschlossen, sodass nur ein Hubschrauber mit Zulassung und Piloten eines Staates der Alliierten in Betracht kam. Erst nach langen und schwierigen Verhandlungen und Vorbereitungen nahm am 1. September 1987 der erste Berliner RTH „Christoph 31“ seinen Dienst auf, der jedoch nur in den westlichen Besatzungszonen fliegen durfte. Ein Überfliegen der Berlin-West umgebenden Mauer war strengstens verboten. Erst mit der Wiedervereinigung erweiterte sich das Einsatzgebiet auf das gesamte Berliner Stadtgebiet. Im Oktober 1994 erhielt Berlin mit dem ITH „Christoph Berlin“ ein weiteres Luftrettungsmittel.

Die Einsatzzahlen der beiden Berliner Hubschrauber sind sehr hoch, weshalb es seit einigen Jahren vermehrte Forderungen nach einem weiteren RTH gab. Im kommenden Jahr soll es nun endlich so weit sein: Der Hubschrauber „Christoph 31 BRAVO“ soll seinen Dienst aufnehmen.

Die Luftrettung in Brandenburg

Bis 1990 gab es in der DDR keine Luftrettung. Alle Rettungseinsätze erfolgten bodenbezogen – ein absoluter Schwachpunkt für die schnelle medizinische Versorgung der Bevölkerung. Kurz nach der Wiedervereinigung wurde Ende Dezember 1989 aufgrund der veränderten politischen Lage ein kurzfristiges Pilotprojekt für die Luftrettung gestartet. Die Erfahrungen waren derart positiv, dass der Aufbau eines Luftrettungssystems bereits im März 1990 beschlossen und zügig umgesetzt wurde. Am 10. April 1990 wurden mit „Christoph 33“ in Senftenberg und „Christoph 35“ in Brandenburg an der Havel die ersten beiden RTH im Land Brandenburg stationiert. Wenige Tage später folgte der RTH „Christoph 49“ in Bad Saarow.

Früh geplant, aber erst spät eingerichtet, wurden weitere Luftrettungsstützpunkte im Norden des Bundeslandes. Bereits zu DDR-Zeiten waren die Einrichtung einer Station in der Prignitz sowie einer weiteren in der Uckermark angedacht. Tatsächlich nahmen der RTH „Christoph 39“ erst 2008 in Perleberg und der RTH „Christoph 64“ sogar erst 2015 in Angermünde ihren Dienst auf.

Zusätzlich zu den fünf RTH steht in Brandenburg ein ITH für die zivile medizinische Versorgung im Rahmen der Luftrettung zur Verfügung. „Christoph Brandenburg“ wurde 1994 in Senftenberg stationiert, wodurch dieser Stützpunkt zu einem der wenigen Doppelstandorte in der bundesdeutschen Luftrettung geworden ist.

Alle RTH und ITH aus Berlin und Brandenburg können auch länderübergreifend zum Einsatz kommen.

 

Die Aufnahme wurde uns von Helicolor-Luftbild Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

Wer der Hektik der Großstadt entfliehen möchte, ist in Großziethen genau richtig. Die Uhren ticken hier etwas langsamer und die Natur ist zum Greifen nahe. Vielleicht liegt das auch an der besonderen Lage: Großziethen ist ein Ortsteil der brandenburgischen Gemeinde Schönefeld und bildet den nördlichsten Punkt des Landkreises Dahme-Spreewald. Viele Jahre fristete der Ortsteil ein recht stilles Dasein, war er doch während der Teilung Deutschlands nur aus südlicher Richtung zu erreichen. Dem Besucher ohne Passierschein blieb er gänzlich verschlossen. Erst seit der Wiedervereinigung ist Großziethen wieder aus allen Richtungen gut erreichbar.

Die Geschichte des Ortsteils geht bis ins 14. Jahrhundert zurück. An längst vergessene Zeiten erinnern heute der 1877 gebaute Westturm der alten Dorfkirche, die Friedhofskapelle und die alte Schule. Jede Menge Raum für Erholung bietet der Gutspark Großziethen. Historische Sichtachsen und Wegebezeichnungen sowie ein wertvoller Altbaumbestand bilden den Kernbereich des Parks. Obstwiesen mit 61 Obstbäumen alter Sorten, ein alter Schweinephul, neue Spielwiesen und der Bauernhof Isle Reichel laden zum Verweilen ein.

Großer Beliebtheit erfreut sich auch der Bauerngarten Mette. Berliner Freizeitgärtner bauen dort unter professioneller Anleitung Bio-Gemüse an. Die Betreiber richten sich mit ihrem Angebot an Menschen, die nicht mehr am Ende einer langen und anonymen Kette der Lebensmittelwirtschaft stehen wollen. Diese Menschen haben in Großziethen die Möglichkeit, bei der Erzeugung der täglichen Lebensmittel wieder selbst Hand anzulegen, stolz auf die eigene Ernte zu sein und Freude am Gärtnern zu entwickeln.

 

Die Aufnahme des Ortsteils Großziethen wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

Wildau mit einem Wort zu beschreiben, ist nahezu unmöglich. Die Stadt hat sich nicht nur in ihrem Erscheinungsbild, sondern auch in ihrer wirtschaftlichen Struktur in den vergangenen 100 Jahren mehrfach grundlegend gewandelt. Tradition und Moderne treffen an vielen Stellen aufeinander und verschmelzen zu einer beeindruckenden Einheit.

Bereits seit mehr als 100 Jahren ist Wildau einer der bedeutendsten Industrie- und Wirtschaftsstandorte der Region Berlin-Brandenburg. Von 1900 bis 1945 wurden in Wildau in einer der größten und modernsten Fabriken Deutschlands Lokomotiven hergestellt. In der DDR war der Ort vor allem für seinen Schwermaschinenbau bekannt. Viele der alten Produktions- und Lagerhallen verfielen in den ersten Jahren nach der Wende. Mittlerweile ist dort das Leben zurückgekehrt: Die Hallen wurden aufwendig modernisiert und beherbergen heute Unternehmen der verschiedensten Branchen.

Mit der wachsenden Attraktivität des Wirtschaftsstandorts wurden neue Flächen erschlossen. Im Jahr 2000 wurde der Technologie- und wissenschaftspark Wildau in Betrieb genommen und seitdem kontinuierlich erweitert – der Beginn der Ansiedlung einer ganzen Anzahl international erfolgreicher Hochtechnologie-Unternehmen und -Forschungseinrichtungen. Zu ihnen gehören unter anderem AneCom AeroTest, FTI Engineering Network sowie FTT Florida Turbine Technologies Deutschland.

Wildau ist aber nicht nur ein Ort der Wirtschaft, sondern auch der Wissenschaft. Die Technische Hochschule Wildau ist mit mehr als 4.000 Studierenden die größte Fachhochschule des Landes Brandenburg. Der Forschungsbereich PYCO des Fraunhofer IAP betreibt seit 2009 ein Technikum in Wildau und hat seine Aktivitäten vor Ort mit dem Bau eines Büro- und Laborgebäudes deutlich ausgebaut.

Arbeit, lernen und leben – das lässt sich in Wildau erfolgreich miteinander verbinden. Die Stadt verfügt über eines der größten Shoppingcenter Europas und bietet darüber hinaus vielfältige Erlebnismöglichkeiten. Eines der „neueren“ Highlights ist das Klubhaus an der Dahme, dessen Geschichte in die 1930er Jahre zurück reicht und das nach erfolgreicher Sanierung 2015 wieder eröffnet wurde.

 

Die Aufnahme der Stadt Wildau wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

In Niederfinow befindet sich das älteste in Betrieb befindliche Schiffshebewerk Deutschlands. Seit dem 21. März 1934 verrichtet der alte Riese zuverlässig seine Arbeit und befördert pro Jahr rund 20.000 Schiffe den 36-Meter hohen Sprung hinauf oder hinab, den das Gelände an dieser Stelle des Oder-Havel-Kanals macht. Doch nach mehr als 85 Jahren Betrieb ist das Industriedenkmal zu klein geworden für die moderne Güterschifffahrt. Höchste Zeit für ein neues Bauwerk der nächsten Generation – doch dessen Fertigstellung lässt noch immer auf sich warten.

Das Funktionsprinzip des neuen Schiffshebewerks ist das gleiche geblieben: Errichtet wird ein Senkrechthebewerk. Doch der neue Riese überragt den alten deutlich: die Länge erhöht sich von 82 auf 115 Metern, die Durchfahrtshöhe von 4,10 Meter auf 5,25 Meter. Der Trog, in dem die Schiffe den Höhenunterschied überwinden, wird mit 9800 Tonnen mehr als doppelt so schwer sein. Die größeren Abmaße ermöglichen es, dass zukünftig auch große Containerschiffe ohne Probleme den wichtigen Wasserweg zwischen Stettin, Berlin und der Ostsee nutzen können.

Freigabe für den Schiffsverkehr ist noch immer offen

Eigentlich sollte der Neubau des Schiffshebewerks Niederfinow bereits 2014 fertig sein. Doch der Probebetrieb hat noch immer nicht begonnen. Im vergangenen Jahr konnte der Untere Vorhafen als weiterer Bauabschnitt fertiggestellt werden. Derzeit läuft nunmehr die mehrstufige technische Inbetriebsetzung der einzelnen Anlageteile. Ein Abschluss dieser Arbeiten wurde zuletzt für den Jahreswechsel 2020/2021 in Aussicht gestellt. Erst danach kann der Probebetrieb mit bis zu 500 Trogfahrten starten. Läuft er erfolgreich an, kann endlich ein Termin für die Verkehrsfreigabe des neuen Schiffshebewerkes festgelegt werden.

Sind die Baumaßnahmen abgeschlossen und das neue Schiffshebewerk für den Verkehr freigegeben, muss das alte Hebewerk dennoch eine Weile seine Arbeit verrichten. Es soll kleinere Güterschiffe und Sportboote transportieren, Verkehrsspitzen abpuffern und mögliche Anlaufschwierigkeiten des neuen Schiffshebewerkes abfedern. Deshalb wird Winterpause derzeit für umfangreiche Unterhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten genutzt. Auch die Gegengewichtsseile werden noch einmal ersetzt. Sie sind nach rund 500.000 Betriebsfahrten verschlissen und müssen ausgetauscht werden. Der Wechsel der 192 Gegengewichtsseile erfolgt bis 2024 jeweils in den Wintermonaten. Dafür investiert der Betreiber nochmals 3,5 Mio. EUR in den alten Riesen.

Betreten und Staunen ausdrücklich erwünscht

Schon das bestehende Schiffshebewerk ist eine touristische Attraktion, die in kaum einem Reiseführer Brandenburgs fehlt. Rund 150.000 Besucher bestaunen jedes Jahr die Technik des alten Schiffshebewerkes.

Ist der Bau des neuen Riesen abgeschlossen, gelangen Interessierte über Aufzüge, Treppen, Wege, Stege und Brücken zu den Besucherumgängen des neuen Schiffshebewerkes in rund 50 Metern Höhe und können die Technik sowie den weiten Blick über das Barnimer Land von mehreren Stellen aus genießen.

 

Die Aufnahme des Schiffshebewerks in Niederfinow wurde uns von Helicolor-Luftbild Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

Im Land Brandenburg gibt es nur einen einzigen Barockgarten, der bis heute erhalten geblieben ist: Der Klostergarten Neuzelle wurde um 1760 errichtet. Auf einer Fläche von rund 4 ha finden sich barocke Wege- und Wasseranlagen, steil abfallende Terrassen, eine Orangerie sowie historische Pflanzenbestände. Er grenzt an eine einzigartige Klosteranlage, die die Besucher verzaubert.

Neuzelle: Gelebte Ökumene

Heinrich der Erlauchte, Markgraf von Meißen und Ostmark, stiftete im Jahr 1268 zum Seelenheil seiner verstorbenen Gemahlin das Kloster Neuzelle den Zisterziensermönchen. Die Klosterkirche St. Marien bringt viele Besucher mit ihrer barocken Pracht zum Staunen. Den wertvollsten Klosterschatz stellen die Passionsdarstellungen vom Heiligen Grab dar, die im eigens dafür eingerichteten unterirdischen Museum „Himmlisches Theater“ gezeigt werden. Das Kulissentheater aus der Passion Christi mit riesigen Leinwänden und 109 lebensgroßen Figuren ist in seiner Form einzigartig in Europa.

Während St. Marien den Mönchen vorbehalten war, diente die Kirche zum Heiligen Kreuz, die sich etwas abseits befindet, als „Leutekirche“ dem Volk. Seit der Klosterauflösung 1817 wird diese Kirche als evangelische Pfarrkirche genutzt, während die ehemalige Konventskirche St. Marien katholisch blieb. Beide Kirchengemeinden existieren damit bis heute in unmittelbarer Nachbarschaft auf dem Klostergelände. Eine einzigartige Besonderheit in Brandenburg.

Der Klostergarten: Eine der bedeutendsten Gartenanlagen Deutschlands

Der Klostergarten kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Im 18. Jahrhundert gliederte sich die Gartenanlage in den Abt-, den herrschaftlichen Lust-, Obst- und Küchengarten sowie in den Konventgarten für die Mönche. Nach der Auflösung des Klosters im Jahr 1817 verfiel die Anlage. Die Orangerie wurde beispielsweise von 1844 bis 1993 als Turnhalle genutzt, im Garten selbst fanden Weitsprung, Weitwurf und Laufübungen statt.

Bereits in der DDR entstand der Plan, den Garten wiederherzustellen, doch scheiterte das Vorhaben lange Zeit am Geld. Erst die 1996 gegründete Stiftung Stift Neuzelle konnte die notwendigen Finanzmittel beschaffen. Die Arbeiten gliederten sich in bisher drei Bauabschnitte. Der dritte Bauabschnitt soll 2022 abgeschlossen werden.

Die Arbeiten basieren auf Plänen im alten Stiftatlas aus dem Jahr 1758. Nach historischem Vorbild werden Obstbäume, Beeren, Gemüsebeete und Kräuter gepflanzt. All das, was früher im funktionierenden Klosteralltag gebraucht wurde, soll zukünftige Besucher erfreuen.

Doch nicht nur Pflanzen und Wege sind Teil der Wiederherstellungsarbeiten. Gegenüber dem jetzigen Brunnen wird ein Pavillon errichtet. Für die Klostergärtner wird das historische Waschhaus, dass außerhalb der Gartenfläche liegt und bereits im Stiftatlas verzeichnet war, grundhaft saniert. Zwischen der Gartengrenze und dem Waschhaus werden zudem zwei Wirtschaftsgebäude errichtet.

Kultur im Klostergarten

Um mehr Kultur in den Klostergarten zu bringen, gründete sich 2019 der Arbeitskreis Gartenkultur. Gemeinsam mit der Stiftung hat man sich das Ziel gesetzt, das barocke Schmuckstück über die Region hinaus noch bekannter zu machen. Durch Veranstaltungen, Workshops, Vorträge und stimmungsvolle Abende soll die eigene kreative Gartengestaltung der Besucher gefördert und Kenntnisse über die barocke Gartenarchitektur vermittelt werden. Wie wäre es beispielsweise mit einer nicht jugendfreien Buchlesung im Kerzenschein oder einem kostenlosen Tag rund um die Gartenkultur?

Mehr Informationen zur Klosteranlage Neuzelle finden sich unter https://www.klosterneuzelle.de/ 

 

Die Aufnahme der Klosteranlage Neuzelle wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

Erholung, Kunst und Handwerk, Glas und Geschichte – im Museumsdorf Glashütte kann man die Zeit vergessen. Denn das europaweit einmalige Denkmalensemble der Baruther Glashütte ist mehr als nur ein Museum. Die einzigartige Atmosphäre des Dorfes wird geprägt von den Glasmachern, Glasbläsern, Kunsthandwerkern und Künstler, die in ihren Werkstätten mit traditionellen Techniken Unikate und Kleinstserien herstellen.

Seine Existenz verdankt das Dorf einem starken Sturm im Jahre 1715. Damals wurden zahlreiche Bäume entwurzelt. Auf der Suche nach einer sinnvollen Verwendung des in Massen zur Verfügung stehenden Rohstoffes entschied man sich, eine Glashütte zu errichten.

Obwohl das in Baruth verwendete Pottasche-Verfahren dem Stand der Technik entsprach und der Betrieb damit oftmals fortschrittlicher als die Konkurrenz war, blieb der wirtschaftliche Erfolg lange Zeit aus. Immer wieder wechselte die Hütte den Besitzer und wurde zeitweise sogar ganz stillgelegt. Erst ab 1822 begann die Blütezeit der Baruther Glashütten, als man begann, reines Milchglas für Beleuchtungskörper herzustellen. Zu Hochzeiten wurden monatlich rund 25.000 Lampenschirme produziert. Damit avancierte die Baruther Glashütte in der Mitte des 19. Jahrhunderts zur größten Glasfabrik in der Provinz Brandenburg.

Die beiden Weltkriege überstand das Dorf weitgehend unbeschadet. Unter dem DDR-Regime wurde die Produktion auf Gärballons umgestellt. Die zentrale Betriebsleitung versäumte es jedoch, in die Erhaltung und Modernisierung des Betriebes zu investieren. Aufgrund technischer Mängel und Baufälligkeit musste die Baruther Glashütte deshalb am 30. September 1980 endgültig geschlossen werden.

Bewusstsein schaffen und Traditionen bewahren

Um den Ort und das technische Denkmal zu erhalten, gründete sich 1991 der Verein Glashütte e.V. Er setzte sich für die Restauration der baufälligen Gebäude ein und richtete zudem das Museum ein. Dauer- und Sonderausstellungen sowie zahlreiche Veranstaltungen locken jährlich tausende Besucher in das Dorf.

Einen besonderen Anziehungspunkt stellen die Produktionsräume dar, in denen Besucher in die Welt des Glases eintauchen können. Das Herzstück bildet dabei die Ofenhalle, in der sich der bis zur Schließung des Betriebes genutzte Wannenofen mit dem im Inneren erstarrten Glasblock befindet.

Die Dauerausstellungen informieren zum einen über die Geschichte der Baruther Glashütten, das Leben der Glasarbeiterfamilien und die Herstellung des Glases. Neben Beleuchtungsgläsern zeigt das Museum auch Gläser anderer Glashütten von der Antike bis zur Moderne.

Reinhold Burger und die Erfindung der Thermosflasche

Eine weitere Ausstellung ist dem berühmtesten Sohn des Dorfes gewidmet: Reinhold Burger. Er wurde 1866 in Glashütte geboren, verbrachte viele Jahre auf Wanderschaft, bevor er 1894 in Berlin eine eigene Firma gründete. Dort produzierte er die von ihm entwickelten ersten Thermoskannen und Röntgenröhren.

Aufgrund der Corona-Pandemie ist das Museum derzeit geschlossen, die Geschäfte der Handwerker und Künstler sind jedoch im Rahmen der jeweils geltenden Verordnungen weiterhin geöffnet. Wer nicht warten und die Welt des Glases entdecken will, kann dies online tun. Das Sammlungsgut des Museums ist auf das Plattform „Museum-Digital“ zu finden.

 

Die Aufnahme des Museumsdorfes Glashütte wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

Rund ein Jahr ist es her, dass Elon Musk den Bau der Tesla Gigafactory im märkischen Grünheide bekannt gab. Seitdem wächst die Fabrik rasant. Im ersten Quartal 2020 war Baustart. Innerhalb weniger Wochen fielen die Kiefern, bohrten Baugeräte tiefe Löcher, setzten Pfeiler und gossen Fundamente. Betonwände wuchsen rasant in die Höhe. Dabei fehlt noch immer die endgültige Baugenehmigung.

Insgesamt investiert Tesla über eine Milliarde Euro in die Errichtung seiner Autofabrik. Ebenso gewaltig wie die Kosten für das Bauvorhaben sind die zukünftigen Produktions- und Beschäftigtenzahlen: In der aktuell zur Genehmigung stehenden Tesla-Fabrik sollen bis zu 12.000 Menschen arbeiten, die ab Sommer 2021 im Dreischichtbetrieb jährlich bis zu 500.000 Fahrzeuge des Models Y sowie später des Models 3 produzieren.

Kritische Stimmen

Neben der positiven Resonanz auf die Ansiedlung gibt es auch kritische Stimmen, insbesondere von Umweltverbände. Doch diese Kritiker haben es schwer, denn Tesla hat im Hinblick auf den Umweltschutz mehrere Zeichen gesetzt. So wurden Ameisen umgesiedelt, neue Bäume gepflanzt und Reptilienbleche für Salamander angeschafft.

Doch nicht alle Probleme konnte bisher gelöst werden: Bemängelt wird nach wie vor der zu hohe Wasserverbrauch. Auch die Errichtung der notwendigen Verkehrsinfrastruktur zieht sich hin und wird wohl erst 2026 abgeschlossen sein – lange nachdem das Werk im Juli 2021 seine Produktion aufgenommen hat. Zwar gilt der Bau einer neuen Autobahnabfahrt, einer neuen Landstraße und bessere Radwege sowie die Errichtung einer Brücke statt eines Bahnübergangs als sicher, die offiziellen Genehmigungen stehen jedoch weitestgehend noch aus.

Diese sowie weitere Probleme, Hinweise und Anträge wurden im Herbst 2020 im Rahmen eines Erörterungsverfahrens diskutiert, das sich über acht Tage hinzog. Dieses muss nun zunächst protokolliert und ausgewertet werden, wodurch die Ausstellung der Gesamtgenehmigung weiter auf sich warten lässt. Bisher wurde das Autowerk mit Vorab-Teilerlaubnissen aus dem Boden gestampft. Von der Waldrodung bis zum Dach des Karosserie-Presswerks baute Tesla alles auf eigenes Risiko. Bis zum Jahresende wird mit der endgültigen Entscheidung über die Gesamtgenehmigung gerechnet.

Ansiedlung gilt als Jackpot für die Region

Doch trotz aller Kritik darf man eines nicht aus den Augen verlieren: Tesla gilt als ein riesiger Gewinn für die Region, als ein echtes Stück Zukunft. Durch die Ansiedlung in Deutschland, so Branchenexperten, gäbe es mehr Wettbewerb unter den Automobilbauern, insbesondere das Thema Elektromobilität nehme dadurch mehr Fahrt auf als nach hundert Kanzlergipfeln in Berlin. Zudem gibt es mit Tesla rund um den Flughafen BER eine interessante Mischung aus Forschung, Hightech und Industrie, die im internationalen Wettbewerb um Wirtschaftsansiedlungen konkurrenzfähig ist. Weitere Ansiedlungen dieser Art im Umfeld des BER sind damit nicht ausgeschlossen.

 

Die Aufnahme der Tesla Baustelle stammt aus dem September 2020 und wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

 

Nach vielen Jahren Bauverzögerung wird am 31. Oktober 2020 das Terminal 1 des Großflughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) mit der Landung jeweils eines Flugzeuges von Easyjet und Lufthansa in Betrieb genommen. Eine Woche nach der Eröffnung schließt der Flughafen Berlin Tegel - der Flughafen Berlin Schönefeld geht bereits am 26. Oktober als Terminal T5 im neuen Großflughafen auf.

Unspektakuläre Eröffnung

Die Eröffnung des BER erfolgt ohne ein großes Fest für die Bevölkerung. Ein Grund ist die lange Bauzeit des Großflughafens und die zahlreichen Probleme, die es während der Bauphase gab. Die Kostensteigerungen von rund 2,7 auf knapp sechs Milliarden Euro sind nicht akzeptabel und schwer vermittelbar, weshalb auf eine offizielle Eröffnungsfeier verzichtet wird.

Doch ganz ohne Fest wird es nicht ablaufen. Der Berliner Gewerbeverein lädt am 30. Oktober 2020 zur BER-Airport-Opening Feier mit Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien ein. Ab 18 Uhr hält Lütke Daldrup eine Eröffnungsrede, danach gibt es ein Unterhaltungsprogramm für geladene Gäste, auch Tickets für die Veranstaltung wurden im Vorfeld begrenzt verkauft. Der Vorabend der BER-Eröffnung soll mit einem "Ready for Take-off"-Feuerwerk enden.

Drei Terminals – Erweiterung in mehreren Stufen

Zur Eröffnung des Flughafens wird zunächst nur das Terminal 1 geöffnet. Das Terminal 2 ist zwar fertiggestellt und theoretisch betriebsbereit, die Passagierzahlen liegen derzeit aber aufgrund der Corona-Pandemie auf einem sehr niedrigen Niveau, so das Terminal 2 vorerst geschlossen bleibt.

Mit den drei Terminals T1, T2 und T5 verfügt der BER aktuell über eine Kapazität von 27 Millionen Passagieren pro Jahr. Da in den kommenden Jahrzehnten mit steigenden Passagierzahlen gerechnet wird, befindet sich der Bau des Terminal T3 bereits in Planung. Es soll bis Ende der 2020er-Jahre fertig gestellt sein. Erst dann soll das Terminal T5 – der bisherige Flughafen Schönefeld – außer Dienst gestellt werden.

 

Die Aufnahme des BER stammt aus dem September 2020 und wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

Schönefeld wächst – ohne und mit dem Flughafen BER. In ein paar Jahren sollen statt der aktuell rund 15 000 bis zu 35 000 Menschen in der Gemeinde leben. Dabei treibt nicht nur der Flughafen die Leute in den Süden. Viele kommen aus der lauten Metropole und suchen die Idylle hinter der Stadtgrenze. Ob jemals Ruhe in der Gemeinde herrscht, ist jedoch fraglich. Am Himmel kreisen die Flugzeuge, am Boden die Baufahrzeuge und Kräne.

Neben Wohnungen wird auch in den Ausbau der Infrastruktur investiert. So entstand unweit des neuen Rathauses unter anderem ein City-Center, ein Nahversorgungszentrum mit Shoppingbereich, Restaurants und Fitnessstudio. Eine neue Grundschule und eine neue Kita wurden ebenfalls bereits fertig gestellt. Eine weitere neue Oberschule soll folgen. Grund für die umfassenden Investitionen und die immense Bautätigkeit ist der erwartete Bevölkerungs- und Verkehrszuwachs im Zusammenhang mit der Eröffnung des BER.

Am 31. Oktober 2020 soll der Hauptstadtflughafen ans Netz gehen. Für die Entwicklung von Schönefeld kein Endpunkt, sondern ein neuer Anfang. Aktuell werden zusammen mit den Bürgern Ideen und Vorschläge für die Erstellung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzepts gesammelt. Die Entwicklung neuer Wohngebiete mit der dafür notwendigen Infrastruktur, die Sicherung bezahlbarer Mieten und die Beteiligung der Öffentlichkeit an der Gemeindeentwicklung sind nur einige Punkte, die für die Bewohner und die ortsansässigen Unternehmen in den nächsten 10 bis 15 Jahren eine große Rolle spielen werden. Mit dem Integrierten Gemeinde- bzw. Stadtentwicklungskonzept möchte die Gemeinde Schönefeld die aktuellen und künftigen Entwicklungen koordinieren und hieraus die richtigen Schlussfolgerungen für die Zukunft ziehen.

 

Die Aufnahme das City-Center Schönefeld und wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

Soweit das Auge reicht stehen Fahrzeuge unberührt, dicht an dicht und warten auf ihre Auslieferung oder ihren Wiederverkauf. Ob Lausitzring oder Nauen – an mehreren Orten in Brandenburg entstanden bedingt durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie Fahrzeugsammelparkplätze.

Normalerweise werden im Frühjahr die meisten Fahrzeuge verkauft, bestellt und ausgeliefert. Dementsprechend haben viele Fahrzeugbauer auf Vorrat produziert – und wurden von der Corona-Pandemie schwer getroffen. Der Auftragsrückgang beim Neuwagengeschäft lag im Vergleich zu den Vorjahren bei durchschnittlich 80 Prozent. Nach Angaben des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) blieb der Autohandel in Deutschland in den vergangenen Monaten auf nicht zugelassenen Neufahrzeugen im Wert von rund 14,8 Milliarden Euro sitzen. Hinzu kommen Gebrauchtwagen und LKWs. Weil unter anderem Leasingverträge endeten, die Fahrzeuge aber im Anschluss nicht wiederverkauft werden konnten, war der Bedarf an Abstellplätzen groß.

Aus diesem Grund wurde unter anderem der Lausitzring zu einem riesigen Parkplatz umfunktioniert. Bis zu 10.000 Fahrzeuge können dort abgestellt werden. Einzige Bedingung: Die Vermietung des Areals ist zeitlich begrenzt. Mitte September soll es wieder große öffentliche Veranstaltungen auf dem Ring geben. Es bleibt abzuwarten, ob der Fahrzeughandel unter anderem durch die Senkung der Mehrwertsteuer wieder ausreichend Fahrt aufnimmt und die Fahrzeugsammelplätze dann nicht mehr benötigt werden.

 

Die Aufnahme wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

In wenigen Wochen leuchten sie wieder: die Rapsfelder in Berlin und Brandenburg. In den vergangenen Jahren lag die Anbaufläche in Deutschland relativ konstant zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Hektar. Ob die Zahlen zukünftig in vergleichbarer Höhe liegen, ist nicht nur eine Frage des Wetters, sondern auch der Politik: Denn die Biokraftstoffpolitik wirkt sich auch auf die Nachfrage nach Rapsöl aus.

Mehr als 65% CO2 spart jeder aus Raps produzierte Biodiesel im Vergleich zu fossilem Diesel ein. Mit durchschnittlich 6 von insgesamt etwa 12 Millionen Tonnen ist Rapsöl der wichtigste Rohstoff für die Herstellung von Biodiesel in Europa. Trotzdem spielen Rapskraftstoffe in der politischen Diskussion um die Zukunft der Mobilität nur eine untergeordnete Rolle. Nach Ansicht der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) sind Biokraftstoffe aus Raps jedoch beim mittel- bis langfristigen Übergang zu rein strombasierten Antrieben unverzichtbar. Rapslandwirte appellieren deshalb an die Politik, die vorhandenen Möglichkeiten im Sinne des Klimaschutzes zu nutzen. 

Der Star unter den Speiseölen

Ein der wichtigsten Absatzmärkte für Raps ist die Lebensmittelbranche. Ende Juli ist der Raps reif für die Ernte. Die gelben Blüten haben sich in kleine, mit schwarzen Samen gefüllte Schoten verwandelt. Aus diesen Samen wird das Rapsöl gepresst. Rapsöl ist übrigens noch relativ jung. Erst seit rund 25 Jahren ist dieses in deutschen Supermärkten erhältlich. Die Absatzzahlen haben sich seitdem erfolgreich entwickelt: Seit 10 Jahren ist Rapsöl das beliebteste Speiseöl der Deutschen. Dabei haben die Verbraucher die Qual der Wahl: Rund 100 verschiedene Sorten werden mittlerweile hergestellt.

Bienen fliegen auf Raps

Bienen fliegen im wahrsten Sinne des Wortes auf den Raps, denn im Frühjahr stellt dieser eine der wichtigsten Nahrungsquellen für die Insekten dar. Nektar und Pollen sind für den Stockaufbau unverzichtbar. Der Fleiß wird mit rund 40 kg Honig je Bienenvolk belohnt. Kein Wunder also, dass der Deutsche Imkerbund die Produktion von Biodiesel aus Raps ausdrücklich empfiehlt, schließlich sorgen die blühenden Felder für ausreichend Bienennahrung.

 

Die Aufnahme zeigt die Rapsfelder in Blumenberg und wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.

Aufgrund des Corona-Virus und den damit einhergehenden Beschränkungen haben die Airlines nahezu alle Flüge gestrichen und teilweise ihre gesamten Flotten eingeparkt. Aber wohin mit den ganzen Flugzeugen? Die Verzögerungen bei der Eröffnung des BER, die unzählige Male für Kritik und Spott gesorgt haben, haben derzeit einen unverhofft positiven Effekt: Das Flughafengelände kann als Parkplatz für Flugzeuge genutzt werden, die in der Corona-Krise nicht gebraucht werden.

Und der Platz wird dringend benötigt: Allein die Fluglinie Lufthansa hat 763 Flugzeuge in ihrer Flotte. Bis auf Weiteres bleiben davon 700 Flieger am Boden. Für die Flotte von Austrian Airlines liegt eine exemplarische Flächenberechnung vor: 82 Flugzeuge hat die Fluglinie in ihrem Bestand. Betrachtet man die Längen und Spannweiten insgesamt brauchen Flieger insgesamt eine Stellfläche von über 122.000 Quadratmeter – gut 17 Fußballfelder. Zwar kann man die Flieger geschickt parken und damit ein paar Quadratmeter sparen – trotzdem ist der Platzbedarf immens. Platzkapazitäten, die es selbst an den großen Flughäfen meist nicht gibt. Eine mögliche Lösung sind Flughäfen in Spanien und Frankreich, die auf das Parken von Flugzeugen spezialisiert sind.

Die gegenwärtige Situation ist in jedem Fall einzigartig: 101 Jahre nach dem ersten internationalen Linienflug der Welt im Februar 1919 hat das Corona-Virus das weltumspannende Transportsystem des Luftverkehrs praktisch lahmgelegt. Eine Unterbrechung, die es so nicht einmal während des Zweiten Weltkrieges gab. Experten sind sich sicher: Nach der Corona-Krise wird die Welt eine andere sein. Niemand weiß, welche Airlines nach der Zwangspause überhaupt noch existieren werden.

 

Die Aufnahme des Flughafens BER wurde uns von Helicolor-Luftbild-Ost zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für diese einzigartige Aufnahme.